MALAGA

COSTA DEL SOL CORDOBA GRANADA

Spanien

Tor zur Sonnenküste

 

Malaga führt ein Doppelleben. Es ist einerseits Eingangstor zu einem der beliebtesten europäischen Urlaubsgebiete, der Costa del Sol, andererseits eine nüchterne, fleißige Hafenstadt. die sich selten Ferien gönnt. Nur das sonnige Mittelmeerklima und die unumgängliche Siesta verleihen Malagas Business- und Fiesta-Gesicht gemeinsame Züge.
Überall an der Costa del Sol stießen Touristenlawine und andalusische Lebensart aufeinander, aber abgesehen von Verkehrsstauungen ist Malaga davon verschont geblieben. Der historische Stadtkern beschwört noch die Jahrhunderte von Kampf und mühsamem Aufstieg herauf. Und wer hier in der Karwoche die Prozessionen von Büßern mit Kapuzen und kunstvoll gestalteten Festwagen vorüberziehen sieht, glaubt sich beinahe in Andalusiens Mittelalter zurückversetzt.
In seiner Geschichte blickt Malaga bis auf die Phönizier vor über 3000 Jahren zurück. Größere Ausmaße nahm die Siedlung unter den Römern an, die hier ihre Gesetze und Sprache und das Christentum einführten. Fast acht Jahrhunderte lang herrschten die Mauren über Malaga; diese Eindringlinge aus Nordafrika verhalfen der Stadt zu Wohlstand und Ansehen. Dennoch wurde die Wiedereroberung durch die Christen 1487 als Geschenk des Himmels begrüßt, und nach wie vor sind die Malaguenos sehr gläubige Katholiken. Natürlich hinterließen die Mauren etliche Spuren in Malaga, aber Andalusiens wahre arabische Pracht entdeckt man auf Ausflügen ins Binnenland: in der einzigartigen Moschee von Córdoba, in Granadas Palästen und Parkanlagen.
Näher bei Malaga liegen die bekannten Ferienorte der Sonnenküste, ob elegant wie Marbella, wo sich der Jetset trifft, oder voller Jubel, Trubel, Heiterkeit wie Torremolinos.
Werbebroschüren für die Costa del Sol versprechen 326 Sonnentage im Jahr, und dagegen haben auch viele »Überwinterer« aus nördlichen Breiten nichts einzuwenden. Wer es mag, kann sich in Malaga einen Stierkampf anschauen - und anschließend tiefschürfende Betrachtungen über die spanische Seele anstellen. Das Ritual der corrida in seiner heutigen Form wurde im 18. Jh. in Andalusien erfunden.
Ende 2003 wurde hier das Museo Picasso eröffnet, das einem der berühmtesten Söhne der Stadt gewidmet ist.

Geschichtlicher Überblick

Vorzeit Über die einst bestehende Landbrücke bei Gibraltar ziehen Wandervölker von einem Kontinent zum ändern. In Süd-spanien gefundene Gegenstände von Höhlenmenschen stammen aus der Zeit um 15 000 v. Chr.
12. Jh. v.Chr. Phönizier errichten Handelsposten an der Mittelmeerküste, darunter Malaka an der Mündung des Flusses Guadalme-dina. Sie legen eine Festung auf dem Hügel über dem Hafen an. Als führende Macht in diesem Gebiet folgen ihnen später die Karthager.
3. Jh. v. Chr. Nach dem 2. Punischen Krieg entsteht aus dem größten Teil des Landes die römische Kolonie Hispania
1. Jh. v. Chr. Rom verleiht Malaga die Stadtrechte.
8. Jh. n. Chr. Für den Islam ins Feld ziehende nordafrikanische Berber fallen 7l l in Südspanien ein. Die moros (Mauren) überrollen das Land bis zu den Pyrenäen. Malaga erblüht als Hafen Granadas, der Hauptstadt eines Königreichs.
15. Jh. Während der Reconquista wird Malaga 1487 von den Christen nach dreimonatiger Belagerung zurückerobert. 1492 fällt schließlich die letzte Bastion, Granada, an das Königspaar Ferdinand und Isabella, und damit enden fast 8(X) Jahre Maurenherrschaft in Spanien.
16.-17. Jh. Morisken (konvertierte Mauren) lehnen sich gegen die Verfolgung durch Spanier auf. Viele wandern aus, mit verheerenden Folgen für die Landwirtschaft. 1609 werden die letzten ausgewiesen.
18. Jh. Nach einer Seeschlacht vor Malaga nehmen die Briten 1704 den Spaniern Gibraltar ab.
19. Jh. Napoleon verhilft seinem Bruder Joseph zur spanischen Krone. Die Spanier erheben sich im Unabhängigkeitskrieg (1808-14).
20. Jh. Während des Bürgerkriegs (1936-39) unterstützt Malaga die Republikaner

 

21-11 Anreise, Einschiffung Sehenswürdigkeiten

aktualisiert am: 21.08.2008

 

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